IMMOBILIENPREISE
Spanien: Immobilienpreise steigen doppelt so schnell wie im EU-Durchschnitt
Die spanischen Immobilienpreise steigen weiterhin stark und deutlich schneller als im übrigen Europa. Im dritten Quartal 2025 stiegen die Preise für Bestandsimmobilien in Spanien um 15 % gegenüber dem Vorjahr, gegenüber durchschnittlich 5,5 % in der EU (Eurostat). Damit liegt Spanien deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. In der gesamten EU stiegen die Immobilienpreise gegenüber dem Vorquartal um 1,6 %. Nur Länder wie Portugal, Kroatien und die Slowakei verzeichneten stärkere Steigerungen als Spanien. Dies bestätigt, dass der spanische Immobilienmarkt strukturell aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Ursache liegt vor allem in einem chronischen Mangel an Wohnraum. Die Nachfrage ist viermal so groß wie das Angebot, was unter anderem auf das Bevölkerungswachstum, die Einwanderung, Investoren (die mittlerweile fast 10 % der Nachfrage ausmachen) und günstige Finanzierungsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Jährlich kommen mehr als 200.000 neue Haushalte hinzu, während nur etwa 100.000 Wohnungen gebaut werden. Experten zufolge ist ein Preisrückgang in naher Zukunft unwahrscheinlich. Die aktuelle Situation ist das Ergebnis einer 20-jährigen verfehlten Wohnungspolitik mit zu wenig Planung, unzureichendem Neubau und zunehmender Rechtsunsicherheit. Ohne strukturelle Reformen wird das Wohnen in Spanien weiterhin teurer bleiben als im übrigen Europa.